DIE GESCHICHTE DER ENTSTEHUNG UND ENTWICKLUNG DES LEHRSTUHLS

In offiziellen Geschichtsbüchern wird behauptet, dass der kettler bretagne dining-Sessel, wie wir ihn heute benutzen, seinen Ursprung im alten Ägypten hat. Einheimische Tischler beschlossen, den üblichen Schemel, auf dem die Herrscher saßen, zu verbessern. Zunächst hatte er eine majestätische Rückenlehne, später kamen Armlehnen hinzu.

Nach und nach verbreitete sich das Gerücht über dieses wunderbare Möbelstück in der ganzen Welt. Stühle waren auch außerhalb Ägyptens verbreitet, zum Beispiel bei den alten Griechen. Dort hatten neben den Herrschenden auch Frauen und kranke Kinder die Möglichkeit, sich auf ihnen auszuruhen. Interessanterweise waren die Stühle entsprechend dem Rang ihrer Besitzer mit Schmuck und Elefantenknochen geschmückt.

Was das alte Russland betrifft, so gab es auf seinem Gebiet keine Stühle. Die meisten, darunter auch die Zaren, saßen auf Bänken. Aber an feierlichen und wichtigen Tagen setzten sich die gekrönten Häupter auf einen Thron, der die Form eines Stuhls hatte. Einige Herrscher verwendeten zur Verzierung Türkis, andere Gold. Erst als Peter I. an die Macht kam, begann sich die Einstellung zu Stühlen allmählich zu ändern.

Historiker sagen, dass die interessanteste Entwicklungsgeschichte eines Möbelstücks die europäischen Stühle sind. Ja, in ihrem Design unterschieden sie sich kaum von ihren altägyptischen, altgriechischen oder altrussischen Vorbildern, aber das Design hat sich in Europa durchgesetzt.

Jahrhunderte lang waren Stühle ein Zeichen von Prestige. Nur Mitglieder der Aristokratie konnten sie besitzen. Aber die Könige durften die Polsterung als Dekoration verwenden. Die Adligen schmückten dieses Möbelstück mit Edelsteinen.

Im siebzehnten Jahrhundert erfuhren die Stühle einige weitere Veränderungen. Erstens kam der Barockstil in Mode, was zahlreiche Schnitzereien, Edelsteine und viel Gold bedeutete. Zweitens wurden die Sitze abgesenkt und die Rückenlehne höher gemacht.

Ein weiteres Jahrhundert verging, und diese nicht sehr bequeme Variante wurde durch den Rokoko-Stil mit weichen und tiefen Stühlen ersetzt, die ein hohes Maß an Komfort boten. Im 18. Jahrhundert wurde übrigens der erste Barbierstuhl erfunden. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren Stühle kein Luxusgut mehr, sondern wurden alltäglich.

Die Stuhlrevolution fand wiederum in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts statt, als der Österreicher Michael Thonet eine spezielle Technik entwickelte. Es war möglich, Stühle aus Bugholz herzustellen. Hier begann die Geschichte des modernen Stuhls.